Piraten. Politik

die Kommunalwahl in Niedersachsen ist vorbei. Aus allen Orten strömten gestern die guten Ergebnisse der Piraten über Twitter herein.

Ich trat für die Piraten in Wallenhorst für den Gemeinderat an.

Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte nicht allzufest mit einem Mandat gerechnet, ganz einfach deswegen, da die Piraten in Wallenhorst nur in einem von zwei Wahlbereichen angetreten sind und mir bewusst war, dass es schwer werden würde, wenn man schon vor der Wahl 7539 von 19299 stimmberechtigten Bürgern nicht die Möglichkeit haben, die Piraten zu wählen.

Euphorie machte sich beim ersten Teilergebnis bei mir breit: Der Wahlbereich 10 war als erstes ausgezählt und die Piraten erhielten 2.86% der Stimmen, in Wahlbereich 11 waren es dann sogar 4.42%. Mit diesen Zahlen im Kopf und lauter Musik machte ich mich von der Stadthalle Osnabrück, wo ein Sitz für die Piraten recht sicher war, auf zum Rathaus Wallenhorst.

Ich will nun nicht zu lange um den heißen Brei herumreden: Das Endergebnis für die Gemeinde Wallenhorst lag bei 1,36% und 432 Stimmen absolut (Dafür nochmal ein herzliches Dankeschön an die Wallenhorster für das entgegengebrachte Vertrauen). Die Linkspartei zog mit nur 82 Stimmen mehr in den Wallenhorster Rat ein, jedoch trat sie in beiden Wahlbereichen an.

Wenn man nur den Wahlbereich 2 betrachtet, kann man mit 2.25% wohl von einem soliden aber nicht überwältigenden Ergebnis sprechen (Überwältigt haben mich gestern Abend andere: Delmenhorst, Braunschweig, Hannover...).

Warum bin ich denn nun enttäuscht?

Ich kann es im Moment selber nicht sagen. Bin ich enttäuscht, weil ich sehen musste, dass das Potential da ist und wir uns hier durch zu wenig Aktive in der Fläche / auf dem flachen Land selber behindern? Bin ich enttäuscht, da ich an den Ergebnissen der einz. Wahllokale sehen kann, dass in Bereichen in denen ich durch unsere Last-Minute-Flyeraktion Informationen an die Wähler gebracht habe, die Ergebnisse besser ausgefallen sind? Oder bin ich einfach nur enttäuscht, da mich die ersten Ergebnisse euphorisch gemacht haben?

Aber es hilft nicht enttäuscht zu sein. Es hilft nur es beim nächsten mal besser zu machen und von den erfolgreicheren zu lernen. Ein paar Punkte, die wir hier in Osnabrück auf jeden Fall angehen sollten, nicht erst zu nächsten Wahl sondern schon diese Woche!

  • Wir müssen in die Fläche: Wir können uns nicht Chancen verbauen nur weil wir Wähler schon am Stimmzettel enttäuschen, nur weil wir nicht draufstehen (Abgesehen von Wallenhorst ist im ganzen Landkreis Osnabrück kein anderer Pirat angetreten und in der Stadt Osnabrück fehlten uns auch Kandidaten in 2 von 8 Wahlbereichen)
  • Wir müssen in die Presse: Zu oft habe ich im Wahlkampf gehört: Euch gibt es noch? Das will ich nicht mehr hören.
  • Wir müssen organisierter werden: 10.000 Flyer innerhalb von 4 Tagen verteilen ist ein super Leistung für 7 Piraten aber wie wäre es mit 20.000 Flyern innerhalb von 8 Tagen? Oder mit 30.000 Flyern mit 21 Piraten?

Ich werde daher an unserem nächsten Stammtisch folgende oder ähnliche Vorschläge unterbreiten:

  • Wandernde Stammtische/Piratentreffs außerhalb Osnabrücks auf dem Land. Das haben wir schon angefangen aber das sollten wir besser organisieren. Piraten vor Ort einbinden, Termin frühzeitig ankündigen evtl. mit PM, evtl. Infostand vor dem Termin um Interessierte direkt einzuladen.
  • Eine Idee aus Braunschweig aufgreifend: AG Arschtritt
  • Eine PM / Woche zu aktuellen lokalen Themen: Damit hat man dann auch Input für die Webseite

Aber wie gewinnt man Mitglieder? Denn ohne aktive Mitglieder vor Ort müssen wir uns auch zur Landtagswahl in 1 1/2 Jahren auf die Ballungsräume beschränken.

Ich werde in Wallenhorst auf jeden Fall weitermachen. Man wird mich im Rat sehen, nicht im Stuhlkreis aber auf den Zuschauerrängen.

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