Ein WTF-Blick... der berechtigt war
Gestern schien ich wohl mal wieder etwas mehr durch den Wind gewesen zu sein als sonst.
Tatort: Ein Supermakrtparkplatz
Täter: Ich
Tat 1
Ich fuhr mit dem Auto auf den Parkplatz und parkte neben einer Limousine der gehobenen Mittelklasse. Deren Fahrer, vom Typ dem Klischee Außendienstvertreter auf Durchreise entsprechend, starrte mich mit einem totalen WTF-Blick an. Leicht verwirrt ob dieses Blickes, den ich nicht einzuordnen wusste, stellte ich den Motor ab, stieg aus und schloss ab. Unser Außendienstvertreter hörte mit seinem WTF-Blick auf und fuhr von dannen.
Kurz darauf verstand ich zwar die Welt nicht mehr, dafür aber den Blick: Unser Vertreter hatte, als ich auf den Parkplatz fuhr, schon ausgeparkt und da ich mich neben ihn gestellt hatte, stand ich nun vor einen weiterhin freien Parkplatz in zweiter Reihe.
Peinlich berührt vollendete ich meinen Einparkvorgang indem ich wieder aufschloss, einstieg, den Motor startete, 5 Meter vorwärts fuhr, den Motor wieder abschaltete, ausstieg und abschloss
Zwischenspiel
Ich ging nun also frohen Mutes in den Supermarkt und kaufte die gewünschten Waren ein. Ein Sechserträger Mineralwasser, eine Packung Kaugummi und einen Putzlappen aus dem Angebot waren schon bald meines.
Tat 2
Ich begab mich wieder zu meinem KFZ. Auf den Parkplatz unseres Vertriebenen hatte sich in der Zwischenzeit ein weißer Geländewagen gestellt, zu sauber für den Typ von Auto wie ich meine. Da das WaldBergundWiesenFahrzeug sehr nah an meinem stand, hatte ich zum Öffnen der Tür kaum Platz. Ich schloss, das Wasser auf dem linken Arm balancierend, die Tür auf und griff nach dem Kofferraumöffner. Ja, leider kann ich in meinem Honda den Kofferraum nur von innen öffnen, direkt neben der Fahrertür am Boden. Bei dieser akrobatischen Übung meinte mein unsportlicher rechter Arm, dass er nicht mehr mitmachen wollte und verkrampfte.
Stechender Schmerz durchzog meinen ganzen Körper, doch heldenhaft schaffte ich es noch, die linke, hintere Tür zu öffnen und Wasser, Putzlappen und Kaugummis dort sicher zu platzieren. Von Schmerzen geplagt schloss ich beide offenen Türen und ging in Richtung Bäcker, denn auch ein Brot stand auf meiner Einkaufliste.
Während des Brotkaufs ließ der Schmerz langsam nach und als ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte baute sich langsam eine Frage in mir auf: Warum hatte ich Schmerzen?
Die Antwort auf diese Frage war bedrückend einfach: Weil ich den Kofferraum geöffnet habe.
Das führte dummerweise zur nächsten Frage: Warum habe ich den Kofferraum geöffnet?
Und hier war die selbst ausgelöste Verwirrung perfekt. Denn warum unter Schmerzen den Kofferraum öffnen, wenn man den Einkauf eh auf den Rücksitz schmeißt.
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